
Reisebericht · Freunde · 9 Tage · Tarangire, Serengeti · Guide: Colin
Wenn vier Männer zusammen auf Safari fahren, dauert es ungefähr einen halben Tag, bis die Energie sich verändert. Die erste Stunde ist noch Großstadt — Witze, Lautstärke, Smartphone. Dann zieht die Steppe vorbei, und irgendwann, ohne dass es jemand ankündigt, wird es ruhiger.
So passierte es auch mit den vier. Anfang dreißig, seit dem Studium befreundet. Neun Tage, kein Strand, reine Safari. Ich fand das von Anfang an sympathisch.
Tarangire zuerst. Ich fahre gerne mit Tarangire an, weil der Park einem Zeit gibt. Keine Hektik, keine Massen. Dafür diese Baobabs, die über alles ragen — und die Elefanten. Oft in großen Herden, weil sie in der Trockenzeit alle an den Fluss kommen.
Am ersten Abend öffnete ich das Dach des Landcruisers auf einer Anhöhe und stellte den Motor ab. Unten im Tal zog eine Elefantenherde zum Fluss. Der Gesprächigste der Gruppe, der die ganze Fahrt über die meisten Kommentare gehabt hatte, sagte nichts. Alle vier standen durch das Dach und schauten.
Das ist der Tarangire.
„Ich hab nicht gewusst, dass so viele Elefanten an einem Ort sein können", sagte einer von ihnen später beim Abendessen.
Dreißig, vierzig Elefanten — manchmal mehr. Der Tarangire-Fluss als einzige Wasserquelle in der Trockenzeit. Alles kommt dort zusammen.
Dann die Serengeti. Drei Tage, großer Loop von Süden nach Norden. Ich ließ die Gruppe früh aufstehen — 5:30 Uhr Abfahrt, Kaffee im Thermos, Dach sofort oben. Das erste Licht in der Serengeti ist etwas, das man einmal erlebt haben muss: die Steppe rosa-blau, Gnus in langen Linien am Horizont, Geier die aufsteigen.
Am zweiten Serengeti-Tag fanden wir ein Löwenrudel auf dem Weg. Sieben Löwinnen und drei Junge, mitten auf der Piste, vollkommen unbeeindruckt vom Landcruiser. Ich fuhr langsam heran, Motor auf niedrigster Stufe, und hielt zwanzig Meter entfernt an.
Alle vier standen durch das offene Dach. Niemand sagte etwas. Ich schaute in den Rückspiegel — vier Männer, vollkommen still, keine Kamera vor dem Gesicht. Nur Augen.
Das ist der Moment, für den ich diesen Beruf mache.
Wir standen dreißig Minuten, bis das Rudel langsam ins hohe Gras abzog. Dann saß der Ruhigste der vier wieder auf seinem Sitz und sagte: „Colin, das war das Beste, was ich je gesehen hab."
Die Abende waren laut und gut. Lagerfeuer, Whisky, Geschichten. Einer imitierte meine Art, auf Tiere hinzuweisen — den ausgestreckten Arm, die gedämpfte Stimme — und alle lachten. Auch ich.
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