Zwei afrikanische Elefanten zwischen trockenen Bäumen
Reiseberichte

Der unterschätzte Park.

Reisebericht · Pärchen · 11 Tage · Tarangire, Lake Manyara, Sansibar · Guide: Adam

Nicht jeder muss in die Serengeti.

Das sage ich nicht oft laut, weil die Serengeti natürlich großartig ist und ich sie liebe. Aber es gibt Gäste, für die der Tarangire der bessere Park ist — ruhiger, persönlicher, überraschender. Und Lake Manyara, der kleine Bruder im Circuit, hat Momente, die ich in keinem anderen Park gesehen habe.

Ein Pärchen kam im Oktober. Sie hatten bereits eine Safari in Kenia gemacht — Masai Mara, die klassische Route. Jetzt wollten sie etwas anderes. Nicht das Bekannte.

Ich schlug Tarangire und Lake Manyara vor. Beide waren skeptisch. Kein Ngorongoro? Keine Serengeti? Ich sagte: Vertraut mir zwei Tage.

Tarangire empfing uns mit einer Elefantenherde, die den Weg kreuzte. Nicht fünf oder zehn — an die fünfzig Tiere, verschiedene Altersgruppen, Jungtiere mittendrin. Wir standen mit offenem Dach und warteten, bis die letzte Kuh mit ihrem Kalb an uns vorbeigezogen war.

Sie fragte: „Passiert das oft?" Ich sagte: In der Trockenzeit, ja. Der Fluss ist das einzige Wasser. Alle kommen.

„Das ist schöner als die Mara", sagte er leise. Dann korrigierte er sich: „Nein, nicht schöner. Anders. Echter irgendwie."

Ich weiß, was er meinte. Im Tarangire standen wir oft alleine — kein anderes Fahrzeug weit und breit.

Lake Manyara war dann das Kontrastprogramm: kleiner Park, dichter Dschungel am Fuß des Rift-Valley-Steilhangs, der See in der Mitte schillernd rosa von den Flamingos. Und dann — das, wofür Lake Manyara berühmt ist und das nicht jeder sieht — die baumkletternden Löwen.

Wir fanden sie am frühen Nachmittag. Drei Löwinnen in einem großen Feigenbaum, entspannt auf den Ästen verteilt wie riesige Hauskatzen. Ich stellte den Motor ab.

Sie wollte zuerst nicht glauben, was sie sah. Dann sah sie einen Schwanz, der träge aus einem Ast hing.

„Adam. Sitzen die im Baum?"

Ja. Tun sie. Niemand weiß genau, warum die Löwen am Manyara in Bäume klettern. Vermutlich um den Insekten am Boden zu entkommen. Vielleicht auch einfach, weil sie es können.

Er schrieb mir nach der Reise, sie seien froh, nicht die Standardroute genommen zu haben. Ich war froh, sie davon überzeugt zu haben.

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