
Reisebericht · Hochzeitstag · 13 Tage · Ngorongoro, Serengeti, Sansibar · Guides: Adam & Colin
Dreißig Jahre sind eine lange Zeit. Und gleichzeitig eine kurze, wenn man gemeinsam gereist ist, gemeinsam Kinder großgezogen hat, gemeinsam all das gelebt hat, was ein Leben ausmacht.
Ein Pärchen kam im Juni zu uns, dreißigster Hochzeitstag. Keine Kinder, keine Freunde — nur die zwei, Tansania, und der Wunsch, etwas zu erleben, das ihren Maßstab übertrifft.
Ich übernahm den ersten Teil der Reise — Ngorongoro. Colin fuhr später in der Serengeti.
Der Ngorongoro-Krater ist in zwanzig Jahren nicht kleiner geworden für mich. Der Abstieg in den Krater ist jedes Mal eine Unterwerfung: man fährt von oben hinein in ein Ökosystem, das seit Jahrtausenden ohne uns funktioniert. Auf dem Kraterboden parkten wir am ersten Morgen nahe einem Wasserloch. Löwen, Zebras, Gnus — alles auf wenigen hundert Metern.
Er fotografierte. Sie schaute. Das war ihre Art, die gesamte Reise über.
Am zweiten Kratertag sahen wir ein Nashorn in der Ferne — selten, selbst für mich. Ich zeigte in die Richtung. Sie hob das Fernglas. Er stellte die Kamera weg.
„Das vergesse ich nicht", sagte er.
Ich glaube ihm.
Colin übernahm dann drei Tage Serengeti. Er erzählte mir später, der Mann habe am ersten Abend beim Lagerfeuer gefragt, was Colin an diesem Beruf halte — ob es ihn erfülle, jeden Tag dasselbe zu tun. Colin antwortete, wie er immer antwortet: Es ist nie dasselbe. Kein Tag, keine Herde, kein Sonnenuntergang wiederholt sich.
Er schwieg kurz. Dann sagte er:
„Genau das ist es, was wir in dreißig Jahren auch gelernt haben."
Das Dach des Landcruisers blieb in der Serengeti fast durchgehend offen — früh morgens, wenn die Luft noch kühl war, nachmittags bei den Sichtungen, abends auf dem Rückweg ins Camp, wenn die Steppe ins Orange kippte. Sie stand viel. Einfach stehen und in die Weite schauen.
Sansibar gehörte dann den beiden ganz alleine. Stone Town, ein kleines Hotel auf der Nordseite der Insel, eine Dhow-Fahrt bei Sonnenuntergang.
Sie schrieb: „Tansania hat uns daran erinnert, was wir aneinander mögen." Das ist vielleicht das Schönste, was mir je jemand nach einer Reise geschrieben hat.
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