Elefantenmutter mit Kalb am Wasserloch in Tansania
Reiseberichte

Ngorongoro mit Kinderaugen.

Reisebericht · Familie · 12 Tage · Tarangire, Ngorongoro, Sansibar · Guide: Adam

Ich sage das, ohne zu übertreiben: Kinder machen Safari besser.

Nicht für mich — ich fahre seit zwanzig Jahren durch diese Parks und habe gelernt, in jedem Tempo zu reisen. Sondern für die Eltern. Ein Kind verändert, wie Erwachsene schauen. Es erlaubt ihnen wieder, sich zu wundern, ohne sich dafür zu schämen.

Eine Familie mit zwei Kindern, zwölf und neun Jahre alt, buchte zwölf Tage. Tarangire zuerst, dann Ngorongoro, dann Sansibar. Ein guter Rhythmus. Tarangire ist ein langsamer Park, großzügig, mit diesen gewaltigen Baobabs, die aussehen, als hätte jemand sie mit den Wurzeln nach oben in den Boden gesteckt. Ein guter Einstieg für Kinder, weil die Elefanten dort so nah kommen.

Am ersten Morgen in Tarangire parkte ich unter einem Baobab. Eine Elefantenfamilie zog vielleicht zwanzig Meter entfernt vorbei. Muttertier voran, dann die Halbwüchsigen, dann das Kleine, das noch unbeholfen zwischen den Beinen der Mutter lief. Die Neunjährige stand auf dem Sitz, Kopf durch das offene Dach, vollkommen still.

„Papa", sagte sie irgendwann, ohne den Blick zu wenden. „Ich glaube, das Baby sieht mich an."

Der Vater schaute mich an. Ich nickte. Ja. Manchmal schauen sie zurück.

Zwei Tage Tarangire. Dann der Ngorongoro-Krater. Der Abstieg in den Krater ist jedes Mal eine kleine Demut — man fährt von oben in ein Weltbild hinein, das sich von unten völlig anders anfühlt. Der Kraterboden ist offen, fast flach, das Gras kurz, die Sicht weit. Und dann stehen auf einmal drei Löwen dreißig Meter entfernt auf dem Weg.

Der Zwölfjährige, der die ersten Tage eher desinteressiert gewirkt hatte, mehr mit seinem Tagebuch beschäftigt als mit dem Fenster — stand plötzlich aufrecht durch das Dach und fotografierte, ohne aufzuhören, fünfzehn Minuten lang.

Ich sagte nichts. Manchmal ist Schweigen die beste Führung.

Im Krater sahen wir auch ein schwarzes Nashorn in der Ferne — selten, auch für mich. Der Vater fragte, wie oft ich das sehe. Vielleicht einmal im Monat, sagte ich. Manchmal seltener.

„Dann haben wir heute Glück gehabt", sagte er.

Ja. Aber ich sage meinen Gästen immer: Glück bereitet sich durch Geduld vor. Wer früh aufsteht, wer den Motor abstellt und wartet, wer nicht auf die Uhr schaut — der hat mehr Glück.

Sansibar übernahm dann die zweite Hälfte der Reise. Die Kinder, die im Park noch ehrfürchtig waren, wurden am Strand wieder Kinder: Schnorcheln, Sandburgen, Dhow-Fahrt bei Sonnenuntergang. Die Mutter schickte mir später ein Foto der Tochter, die auf einem Fischerboot sitzt und grinst.

Gute Safari beginnt mit offenen Augen. Kinder haben das noch nicht verlernt. Und für ein paar Tage lernen es die Eltern wieder.

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