Gepard im sonnenbeschienenen Grasland Tansanias
Reiseberichte

Allein in der Weite.

Reisebericht · Solo · 8 Tage · Serengeti, Ngorongoro · Guide: Adam

Die meisten Menschen, die ich zum ersten Mal alleine auf Safari treffe, haben dieselbe Energie: leicht angespannt, ein bisschen wachsam, als müssten sie beweisen, dass die Entscheidung, alleine zu reisen, die richtige war.

Sie war anders. Stieg in Arusha in den Landcruiser, stellte ihre Tasche ordentlich hinten rein und sagte: „Adam, ich möchte so früh wie möglich losfahren und so spät wie möglich zurückkommen. Jeden Tag."

Ich mochte sie sofort.

Wir fuhren drei Tage in der Serengeti. Sie fotografierte nicht viel — jedenfalls nicht in den ersten Stunden. Sie schaute. Mit dieser Konzentration, die seltener ist als man denkt: vollständig im Moment, kein Kommentar, kein Griff zum Telefon. Nur Schauen.

Am zweiten Tag öffnete ich das Dach des Landcruisers früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang. Wir fuhren auf einer leeren Piste nach Nordwesten, die Steppe noch blaustichig im ersten Licht, ein Gepard auf einem Termitenhügel silhouettiert gegen den Horizont.

„Stop", sagte sie leise.

Ich hatte schon gebremst.

Wir standen vielleicht zehn Minuten. Der Gepard schaute uns an. Wir schauten zurück. Dann drehte er sich um und ging.

„Danke", sagte sie. Ich fragte, wofür. Sie sagte: „Dafür, dass du nicht sofort weitergefahren bist."

Das ist, was ich meinen Gästen versuche zu geben: nicht mehr Tiere, mehr Zeit. Zeit mit dem Tier, das gerade da ist. Nicht das nächste suchen.

Am Abend des zweiten Tages sprachen wir beim Lagerfeuer. Sie ist Ärztin, arbeitet in einer Notaufnahme. Sie sagte, sie käme hierher, weil hier das einzige Tempo existiere, das sie kenne, das langsamer ist als sie selbst — das Tempo der Natur.

„In der Notaufnahme bestimmt alles der Nächste, der reinkommt", sagte sie. „Hier bestimmen die Löwen. Das ist die einzige Hierarchie, die ich respektiere."

Ngorongoro war dann das Gegenstück zur Offenheit der Serengeti — der Krater ein geschlossenes Ökosystem, konzentriert, fast theatralisch. Wir sahen Löwen beim Fressen, Flamingos am Kraterboden, zwei Nashörner in der Ferne.

Sie reiste danach nicht nach Sansibar. Flog direkt nach Hause. Acht Tage, reine Safari. Das war ihre Wahl — und ich respektiere sie vollständig.

Sie schrieb mir vier Wochen später: Sie plane, im nächsten Jahr wiederzukommen. Diesmal den südlichen Circuit. Ich freue mich bereits.

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