Blick aus einem Heißluftballon über die Serengeti im ersten Morgenlicht
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Der Anruf am dritten Tag.

Ein Moment aus unserem Concierge-Alltag · Erzählt von Adam

Die meisten Anrufe, die ich während einer laufenden Reise bekomme, sind keine Probleme. Sie sind Wünsche. Und das ist ein wichtiger Unterschied, den ich früh gelernt habe: Ein Gast, der anruft, hat selten etwas zu beklagen. Er hat meistens etwas, das ihm gerade eingefallen ist.

So war es auch an diesem dritten Tag. Ein Paar war seit zwei Tagen in der Serengeti, ich hatte sie am ersten Tag persönlich abgeholt und in ihr Camp gebracht, dann war der Ablauf klar: Guide vor Ort für die Game Drives, ich telefonisch erreichbar für alles Weitere. Am dritten Tag, kurz nach Sonnenuntergang, rief die Frau an.

„Adam, wir haben gestern Abend über eine Ballonfahrt gesprochen. Wäre das noch möglich? Kurzfristig?"

Ich schaute auf mein Telefon, rechnete die Zeit durch. Ballonfahrten müssen früh am Morgen starten, die Organisation läuft über einen festen Partner, der Plätze meist Tage im Voraus braucht. Aber „meist" ist nicht „immer" — und genau dafür bin ich da.

Ich schrieb sofort unseren Kontakt für Ballonfahrten an. Eine Stunde später hatte ich eine Antwort: zwei Plätze für den übernächsten Morgen, ein Ausfall hatte die Kapazität frei gemacht. Ich rief zurück.

„Übermorgen früh, 5:30 Uhr Abholung am Camp. Geht das?"

Stille am Telefon. Dann: „Das ist unglaublich. Wir dachten, das wäre unmöglich."

Das ist selten unmöglich. Es ist meistens nur eine Frage, wen man kennt und wie schnell man fragt.

Ballonschatten über den Ebenen der Serengeti im ersten Morgenlicht

Zwei Tage später bekam ich Fotos geschickt. Die Serengeti von oben, im ersten Licht, die Schatten der Ballons lang über die Steppe gezogen. Das Paar stand nebeneinander im Korb, beide noch etwas verschlafen, beide strahlend.

Diese Momente sind der eigentliche Grund, warum wir als Concierge arbeiten und nicht mit einem festen Programm. Ein festes Programm hätte am ersten Tag entschieden: Ballonfahrt ja oder nein. Aber Reisen entwickeln sich. Wünsche entstehen erst unterwegs, oft aus einem Gespräch am Lagerfeuer, aus einem Gedanken beim Einschlafen. Unsere Aufgabe ist es, in diesem Moment noch reagieren zu können — nicht nur in der Planungsphase Wochen vorher.

Colin hatte in dieser Woche aus Deutschland ein anderes Paar betreut, das ähnlich kurzfristig einen Tischwunsch für ein besonderes Abendessen hatte. Wir sprechen uns regelmäßig ab, wer gerade was koordiniert — er von Deutschland aus mit den Partnern, ich vor Ort mit dem, was sich schnell klären lässt.

Am Abend nach der Ballonfahrt schrieb mir die Frau noch einmal: „Das war der Moment der ganzen Reise. Danke, dass ihr das noch möglich gemacht habt."

Ich glaube, das ist die eigentliche Aufgabe eines Concierge: nicht die Reise zu planen und dann loszulassen, sondern erreichbar zu bleiben für das, was während der Reise noch entsteht.

Kategorie · Besondere Fortbewegung, Safari-Erlebnisse

Kontakt · Adam (vor Ort) & Colin (Koordination Deutschland)

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