
Ein Moment aus unserem Concierge-Alltag · Erzählt von Colin
Nicht jede Geschichte ist geplant. Manche entstehen aus einem Problem, das man lösen muss, bevor der Gast überhaupt merkt, dass es eines gibt.
Eine Familie war auf dem Rückweg von Sansibar zum internationalen Flughafen, um von dort nach Deutschland zu fliegen. Ihr Inlandsflug wurde wegen eines technischen Problems am Morgen kurzfristig gestrichen — drei Stunden vor der geplanten Ankunft am internationalen Terminal, mit einem internationalen Anschlussflug, der nicht wartet.
Ich bekam den Anruf um sieben Uhr morgens deutscher Zeit. Der Vater, sichtlich angespannt: „Colin, unser Flug ist weg. Wir haben in fünf Stunden den Rückflug nach Deutschland. Was machen wir?"
Ich sagte: Gebt mir zehn Minuten.
Ich rief unseren Kontakt bei einer kleinen Charterfluggesellschaft an, mit der wir seit Jahren zusammenarbeiten, genau für solche Situationen. Sie hatten eine Maschine verfügbar, aber der Flughafen brauchte eine kurzfristige Landegenehmigung.

Ich rief zurück: „Ihr werdet in eineinhalb Stunden von einer kleineren Maschine abgeholt. Das ist nicht die Standardlösung, aber ihr erreicht euren Anschluss."
Die Familie war bereits am kleinen Flughafen auf Sansibar, wartend, unsicher. Ich blieb am Telefon, während die Charter-Organisation lief, gab ihnen laufend Updates. Die Maschine kam pünktlich, brachte sie rechtzeitig zum internationalen Terminal — mit vierzig Minuten Puffer vor dem Check-in-Schluss.
Die Mutter schrieb mir später aus dem Flugzeug: „Wir dachten, wir sitzen fest. Danke, dass ihr das in einer Stunde gelöst habt."
Das ist eine Seite der Arbeit, die niemand auf Fotos sieht. Keine Löwen, kein Sonnenuntergang, kein Ballonflug — nur ein Telefon, das nicht aufgelegt wird, bis das Problem gelöst ist. Aber genau das ist der Kern eines Concierge-Service: nicht nur die schönen Momente zu organisieren, sondern auch da zu sein, wenn etwas schiefläuft, das niemand vorhersehen konnte.
Adam war zu dem Zeitpunkt selbst mit einer anderen Gruppe in der Serengeti unterwegs, konnte aber trotzdem kurz mit mir sprechen und half, den Charter-Kontakt zu bestätigen, während ich mit der Familie in Kontakt blieb. Genau deshalb funktioniert unsere Aufteilung: Er kennt die Kontakte vor Ort, ich koordiniere aus Deutschland, wo auch die internationalen Verbindungen und Zeitzonen leichter im Blick zu behalten sind.
Am Ende war es nur eine Stunde ihres Urlaubs, die von diesem Vorfall betroffen war — aber es hätte auch anders enden können, ohne jemanden, der erreichbar ist und die richtigen Kontakte hat.
Kategorie · Besondere Fortbewegung
Kontakt · Colin (Krisenkoordination Deutschland) & Adam (Rückversicherung vor Ort)
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